Ein bisschen Druck, bitte.

Rückblick zur Ernte Anfang Oktober 2015:

Aus der Maische wird Most. In der Lohnkelterei nutzen wir eine automatische Presse, die die Traubenhaut und andere feste Bestandteile von der Flüssigkeit trennt. Diese Flüssigkeit – der Most – ist unser Gold von Morgen 2015.

Nach ca. 30 Minuten in der vollautomatischen Kelter nehmen wir mit nach Hause:

  • 120 Liter Most vom Blanc de Noir
  • 270 Liter Most vom Spätburgunder

 

 

Zu Hause wird der Most in 100 Liter Kunststoff-Fässer in den Keller gelassen. Hier kann er nun gären und den übrigen Zucker in Alkohol umwandeln. Und nebenbei seinen ganz eigenen individuellen Geschmack entwickeln.

 

 

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Entrappen: …nein, nichts mit Pferden

Handarbeit schön und gut. Aber zum Abbeeren der Trauben von den Stängeln muss eine Abbeermaschine oder ein sogenannter Entrapper unterstützen. Die Trauben werden dabei durch eine gelochte Trommel gefördert, in der die Stiele hängen bleiben und so von den Beeren getrennt werden. Als Zusatzeffekt werden die Trauben zudem zerquetscht. In diesem Zustand kann bereits die Spontangärung einsetzen. Je länger die so entstandene Maische gelagert wird, um so mehr Farbstoffe können aus der Beerenhaut gelöst werden und um so farbintensiver wird später der Wein.

Wir trennen die Ernte in zwei Teile: 170 Liter Traubengemisch aus 2/4 Blauer Burgunder, 1/4 Grauer Burgunder und 1/4 Weißburgunder. Diese Maische geht nach einer Ruhezeit von 18 Stunden in die Kelterung. Ziel ist es einen Blanc de Noir mit einem Hauch rötlicher Farbe zu erhalten.

Den größten Anteil unserer Ernte hat die Spätburgundertraube. Rund 300 Liter dieser Rebsorte bleibt 9 Tage „auf der Maische“ um einen kirschroten bis boudeauxfarbenen Spätburgunder Rotwein zu erhalten.

Für die gewünschte Farbausbeute, wird zweimal täglich der Tresterhut untergestossen, damit die Beeren ständig mit dem bereits gärenden Saft umspült sind. Neben der Temperatur wird der Zuckerabbau und der damit verbundene Alkoholaufbau überwacht und dokumentiert. Sollte es zu einer Gärhemmung kommen, kann durch diese Kontrolle rechtzeitig mit Reinzuchthefe nachgeholfen werden.

Beim Entrappen und Maischen entstehen durch das Trennen von Beeren und Rappen überragende Formationen – dazu ein paar Bilder:

 

#Jahrgang2015: Danke Sommer für 105° Oechsle

Wir haben lange auf diesen Tag hingefiebert und er hätte perfekter nicht sein können. Bei strahlend blauem Himmel und angenehm warmen 17 Grad geht es um 11.00 Uhr los zum Highlight des Winzerjahres: der Weinlese. Alle notwendigen Utensilien – Fässer, Eimer und Scheren – sind bereits seit dem Vortag auf den Hänger gepackt. Fehlt nur noch ein typisches Winzervesper und eine obligatorische Flasche Wein aus dem Vorjahr.

Da liegt er – inmitten des Kaiserbergs und inmitten bereits abgeernteter Nachbarflächen: unser Stück Land, auf dem wir die vergangenen Monate viele Stunden und Tage verbracht haben. Und er sieht prachtvoll aus. Die roten Trauben leuchten in der herbstlichen Sonne. Unser Puls ist angestiegen – wie sehr wir uns auf diesen Tag gefreut haben, wird uns jetzt immer klarer. Jetzt geht es los: „Herbschden 2015“!

Wir ernten in zwei Etappen. Zuerst den Blauen Burgunder, aus dem wir unseren Rotwein herstellen werden. Nach gut einer Stunde sind eimerweise Trauben geschnitten. Nach einer kurzen Erholung folgt der Weiße: 1/4 Grauer Burgunder, 1/4 Ruländer und 2/4 weiteren Blauen Burgunder – die perfekte Mischung für unseren ersten Blanc de Noir. Eine Stunde später stehen die Reben grün und leer da, sie haben ganze Arbeit geleistet und die Basis für einen zu erwartenden hervorragenden Jahrgang geschaffen.

Wir fahren nach Hause mit rund 900 Liter Lesegut.

Vorfreude auf das „Herbschden“

Der Tag an dem unsere Trauben geerntet werden rückt näher. Laut Kalender ist die Zeit reif – mit Blick durch das Refraktometer strahlend bestätigt. Die Öchslewaage zeigt derzeit durchschnittlich 85° Oe an. Wenn das Wetter stabil bleibt und nicht starker Regen oder Hagel zu einer schnellen Ernte zwingt, könnte mit etwas Glück in den nächsten 2-3 Wochen die 100° – Marke gecrashed werden.

Solange im Berg fleißig weiter Zuckermoleküle wachsen, bleibt Zeit den Keller für das Herbsten vorzubereiten. Neue Fässer für neuen Wein stehen bereit. Die Organisation und zeitliche Abstimmung für Abbeermaschine und Presse laufen. Was uns gerade noch umtreibt ist die Auswahl einer geeigneten Hefe für die Gärung – und die Entscheidung, ob diese bei der zu erwartenden Qualität der Trauben überhaupt erforderlich für unseren eigenen Wein sein soll.

Der Ernte-Countdown hier im Blog läuft seither auf den 03. Oktober. Ich verkürze. Neues Zieldatum: 26. September 2015!

Was die Trauben betrifft

Bei jeder Gelegenheit, die wir auf dem Weinberg verbringen können, wird immer deutlicher wohin das führt. Im Mittelpunkt stehen die Beeren und deren Entwicklung. Was im Mai noch vor der Blüte stand, ist im Juni bereits als kleine grüne harte Mini-Beere erkennbar. Bereits vier Wochen später kann man die Gewächse Weintrauben nennen. Es macht Freude das Gewicht der Beeren zunehmen zu sehen – denn was wir wollen ist eine fruchtige und gesunde Auslese und wir hoffen alle, dass das in unserem ersten guten Wein enden wird.

Während der heißen Tage im Juli haben wir die langen, mittlerweile über zwei Meter hoch gewachsenen, Triebe abgeschnitten. Diese ziehen extrem viel Wasser in die Höhe – Wasser, das der Stock und die Trauben dringender benötigen.

Die Geschichte unserer ersten Weintrauben ist halb erzählt – bis zur Ernte sind es noch ungefähr 6-10 Wochen. Wann es genau spannend wird und die Beeren reif für die Lese sind, wissen wir noch nicht. Wir hoffen auf ausreichenden Niederschlag, milde Nächte und einen sonnenreichen Spätsommer.

Hoch hinaus

Oje, hier geht’s hoch her. Seit drei Wochen stehen die Reben unberührt in gutem Wetter – das lässt uns heute einen fantastischen Vormittag am Berg verbringen. Ich bin überrascht wie hoch und dicht die Blätter schon gewachsen sind. Die kleinen Knospen haben sich weiterentwickelt, geblüht und zeigen sich nun als kleinste Mini-Trauben.

Mehr wird’s nicht. Das war’s – zumindest was die Anzahl der Trauben angeht. Jetzt hoffen wir auf eine überragende Weiterentwicklung in Qualität, Mostgewicht, Geschmack…. alles am Besten hoch hinaus.

Auf den Bildern ist zu erkennen, dass sich die Arbeit von heute gelohnt hat:

Macro-size vineyard

Der Berg entfaltet im Mai sein neues Grün – die Triebe sprießen, das ist toll anzusehen. Heute habe ich dazu einige Aufnahmen mit dem Macro-Objektiv geschossen…